Universal schließt Allianz gegen iTunes


In Kürze startet ein mächtiger Zusammenschluss, um dem bislang führenden Online-Musikdienst iTunes Konkurrenz zu machen. Der weltgrößte Musikkonzern Universal Music Group wird dabei unter anderem die Website des Internetsuchkonzerns Google nutzen, um Lieder ohne speziellen Kopierschutz (Digital Rights Management, DRM) zu verkaufen.

Für Universal� ist das ein deutlicher Kurswechsel, sagte Mark Mulligan, Analyst beim Marktforschungsunternehmen Jupiter Research. Partner für den Verkauf der Lieder von ausgewählten Universal-Künstlern ist der Webdienst Gbox. Lieder ohne DRM können nahezu auf jedem Gerät wie MP3-Spielern, iPods und Handys angehört werden und sind beliebig oft kopierbar.

Universal hatte sich bislang immer gegen den Verkauf von Musik ohne DRM ausgesprochen. Zu groß war die Furcht vor möglicher Internetpiraterie. Da Konkurrent EMI jedoch bereits seit April seinen gesamten Katalog ohne DRM verkauft, zieht Universal mit seinem Test nach. Für Google bedeutet die Kooperation ebenfalls Neuland. Bislang hat der Konzern noch mit keinem Musikunternehmen auf diese Art zusammengearbeitet.

Suchen Google-Nutzer in den USA künftig nach bestimmten Universal-Künstlern wie Amy Winehouse, 50 Cent oder Johnny Cash, bekommen sie neben den Ergebnissen einen Hinweis auf Gbox. Ein Klick führt Nutzer zu dem Dienst, wo sie das Lied mit oder ohne DRM für 99 Cent kaufen können.

iTunes außen vor

Starten soll der Test laut Universal ab dem 21. August. Google ist eine der wichtigsten Quellen für die Suche nach Musik, begründete ein Universal-Sprecher am Mittwoch die Zusammenarbeit. Der Musikkonzern muss Google jedoch für die Werbeeinblendung bezahlen. Universal will die ungeschützten Musikdateien bis zum 31. Januar 2008 verkaufen. Danach werde der Konzern entscheiden, ob weiter Musikdateien ohne Kopierschutz verkauft werden, sagte der Sprecher. Neben Google und Gbox sind die Ketten Wal-Mart und Best Buy sowie das Webkaufhaus Amazon Partner.

Der führende Anbieter iTunes bleibt außen vor. Der Dienst, der künftig die bei EMI erschienenen John-Lennon-Alben verkauft, liegt mit mehreren Musikkonzernen im Clinch. Die fordern unter anderem flexiblere Preise für Singles anstelle des Festpreises von 99 Cent je Titel.

Von Arndt Ohler (Hamburg)
Quelle: Financial Times Deutschland

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