Hat Apple ein Problem? Quartalsbericht enttäuscht Analysten


Apple präsentierte vor wenigen Tagen seine Quartalszahlen. Dabei konnte der erfolgsverwöhnte IT-Gigant aus Cupertino die hochgesteckten Erwartungen der Analysten nicht erfüllen. Wird Apple langsam „normal“? Ist man verwundbar? Wir sagen NEIN!

Man könnte den Eindruck gewinnen, als ob es bei Apple nicht mehr ganz so reibungslos wie noch zu Lebzeiten von Steve Jobs läuft. Mit den vorgelegten Quartalszahlen am vergangenen Dienstag hat der Apfelkonzern zwar die hohen Erwartungen der Analysten nicht zufriedenstellen können, doch wirklich überraschend kommen Sie nicht. Die Schuldenkrise in Europa sowie der iPhone-Produktzyklus machen auch Apple zu schaffen.

Q2: iPhone-Verkaufszahlen fallen stärker als gedacht

Zahlreiche Kunden warten lieber bis zum Herbst, wenn das komplett neue iPhone auf den Markt kommt, was sich natürlich negativ auf die Verkaufszahlen des iPhones im abgelaufenen Quartal auswirkt. Insgesamt gingen 26 Mio. iPhones über den Ladentisch – was einer Steigerung von 28 Prozent zum Vorjahresquartal entspricht, doch im ersten Quartal 2012 verkaufte Apple noch stolze 35,1 Mio. seiner beliebten Smartphones.

Konzernchef Tim Cook sieht vor allem die schleppende Nachfrage in Deutschland und Frankreich mit als Hauptgrund für den stärker als gedacht ausgefallenen Absatzrückgang des iPhones. Wobei nicht vergessen werden darf, dass es sich hierbei um ein absolutes Luxusproblem handelt, aber dennoch ein Problem bleibt. Wenn Apple eben nicht exzessiv erfolgreich ist, wird das Unternehmen an den Börsen sofort abgestraft, sodass auch die Apple-Aktie entsprechend auf Talfahrt ging und nach dem Quartalsbericht knapp 6 Prozent einbüßte.

Q2: Auch Umsatz geht zurück

Da konnten auch die durchaus beachtlichen Zuwächse bei Umsatz und Nettogewinn nicht helfen. Im abgelaufenen Quartal erzielte Apple einen Umsatz von 35 Milliarden Dollar (plus 23 Prozent zum Vorjahresquartal) und machte 8,8 Milliarden Dollar Gewinn. Doch wie die iPhone-Verkaufszahlen ging auch der Umsatz im Vergleich zum Vorquartal kräftig zurück bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres und fiel wesentlich schwächer als die Prognosen der Analysten aus.

Enormer iPhone 5-Hype birgt Gefahr

Mit der Einführung des iPhone 5 im Herbst wird Apple – wie immer bei der Einführung eines neuen Modells – den iPhone-Verkauf ordentlich ankurbeln. Oder? Es gibt zumindest leichte Tritte auf die Euphoriebremse, obwohl Apple eine komplett überarbeitete, stark verbesserte Version seines iPhones mit einem größeren 4 Zoll-Display in der Pipeline haben soll und somit starkes Kaufinteresse auslösen könnte.

Doch die konjunkturelle Abschwächung auf der Welt sorgt dafür, dass das Geld bei den Verbrauchern nicht mehr ganz so locker in der Tasche sitzt. Und die jetzt schon so hoch gesteckten Erwartungen in die neue iPhone-Generation stellt zugleich auch eine große Fallhöhe dar. Für Apple ist es angesichts des ausgebrochenen Hypes ums iPhone 5 fast unmöglich, die hohen Erwartungen auf der im Oktober zu erwartenden iPhone Keynote zu übertreffen. Das betrifft insbesondere den chinesischen Raum, wo am Glanz der Marke Apple nach Aussagen einiger Analysten etwas Rost angesetzt hat und Apple-Produkte nicht mehr den Rang unverzichtbarer Statussymbole genießen. Viele chinesische Trendsetter greifen vermehrt auf schicke, günstigere Smartphones vom Erzrivalen Samsung zurück.

Fazit: Nicht Apple, sondern Analysten haben Probleme

Dennoch wollen wir an dieser Stelle nicht von einer Apple-Krise sprechen. Apple hat ein gigantisches Cash-Vermögen von 117 Milliarden Dollar auf der hohen Kante, es wurden im zweiten Quartal gigantische 17 Millionen iPads (plus 84 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) verkauft und es befinden sich derzeit gigantische 410 Millionen iOS-Geräte wie iPhone, iPad und iPod touch in Benutzung. Und dann steht auch noch das iPhone 5 vor der Tür! Zudem gelten ein iPad mini und Apple Fernseher als sehr wahrscheinlich.

Allein angesichts dieser Zahlen und potentiellen Produkt-Neuheiten wird Apple weder „normal“, noch ist das Unternehmen kränklich. Vielmehr sollte man das Problem nicht bei Apple suchen, sondern bei den Analysten, die bei solchen Zahlen doch tatsächlich von einer Enttäuschung oder gar Desaster sprechen.

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