Leaks und Spekulationen: Ein Milliarden-Geschäft für Apple & Co.


Apples Entwicklungsabteilung gleicht normalerweise einem Hochsicherheitstrakt. Niemand weiß so genau, was Apple für die nächsten Jahre geplant hat, es gelangen nur selten Informationen nach außen und doch ist das Internet voll von Gerüchten, die sich häufig auch als wahr erweisen. Wie kann das sein? Informationen von Insidern, die dafür vielleicht gutes Geld kassieren? Hacker, die sich Zugang zu geschützten Daten verschaffen? Oder doch ganz bewusste Werbestrategien von Seiten Apples? Wir werfen anhand der aktuellen Gerüchte zum iPad Mini einen Blick hinter die Kulissen von Leaks und Spekulationen.

Die New Yorker Börse Heimat der Spekulationen

iPad Mini: Tot bei Auslieferung

Apple iPad mini angeblich schon im Herbst. iPad mini könnte größter Apple Produktstart werden. Apple iPad Mini: Inspiriert vom Samsung Galaxy Tab. Reißerische Überschriften zum iPad Mini gibt es in Hülle und Fülle, und das obwohl niemand so genau weiß, ob und wann ein iPad Mini erscheinen wird. Trotzdem brodelt die Gerüchteküche gewaltig, wenn es um ein kleineres Tablet von Apple geht. Auf beinahe jeder Technikseite gibt es vermeintliche Informationen zum iPad Mini, ja sogar Lederschutzhüllen kann man schon vorbestellen! Alles wartet auf den 12. September, damit auch die letzten Zweifel endlich aus dem Weg geräumt werden können. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis das Ganze auch wirklich offiziell wird.

Dabei sah es anfänglich gar nicht so gut aus für einen kleinen Bruder des iPad. Tablets im Größenformat bis sieben Zoll seien tot bei Auslieferung, so der verstorbene Steve Jobs im Oktober 2010. Der Apple-Gründer glaubte nicht an einen Erfolg des kleinen iPads, die Möglichkeiten und die Genauigkeit in Sachen Bedienung würden unter der geringeren Größe zu sehr leiden.

Doch das Blatt scheint sich gewendet zu haben. Zum einen kann das natürlich an Tim Cook liegen, der Jobs Platz eingenommen hat und in einigen Hinsichten nicht die Ansichten der großen Apple-Ikone teilt. So hat Cook beispielsweise erstmals nach 16 Jahren die Ausschüttung einer Dividende angekündigt Jobs hatte das immer abgelehnt. Warum also nicht auch eine Kehrtwende in Sachen iPad Mini? Vielleicht ist Apple aber auch einfach gezwungen, auf die Konkurrenz zu reagieren, denn die hatte mit ihren kleineren Tablets bisher durchaus Erfolg: So soll sich das Kindle Fire von Amazon zum Start des Weihnachtsquartals fast fünf Millionen Mal verkauft haben. Das entspricht etwa einem Drittel der Absätze des iPads. Eine ordentliche Hausnummer.

Spekulationen und Expertentipps

Soviel zu den Hintergründen des iPad Mini. Doch woher kommen nun all die Informationen, wenn doch von offizieller Seite bisher rein gar nichts zu hören war? Zum einen sind das natürlich Spekulationen. Ein Spaßvogel stellt vermeintliche Informationen zum iPad Mini ins Netz, ein paar Stunden später hat sich das Ganze dann wie ein Virus verbreitet. Manchmal werden diese Fakes schnell enttarnt, gelegentlich scheinen sie aber auch Sinn zu machen. Heiße Diskussionen entstehen, das Feuer ist entfacht. Bestes Beispiel ist hier ein angebliches Auftauchen von iPad Mini & Co. im Appstore, über das wir bereits berichtet haben. Natürlich gibt es auch Gerüchte mit einem hohen Wahrscheinlichkeitsfaktor, von sogenannten Insidern oder Analysten, die ihr Geld damit verdienen, große Konzerne zu durchleuchten und deren nächsten Schritte vorauszusagen.

Apple bekommt langsam aber sicher Konkurrenz

Leaks: Unabsichtliche Sicherheitslücken?

Doch es gibt auch eine dritte Möglichkeit: Die bewusste Streuung von Informationen, die man allerdings so aussehen lässt, als hätte sie völlig unabsichtlich ihren Lauf genommen. Allgemein spricht man hier auch von sogenannten Leaks zum besseren Verständnis dieses Begriffs hier ein Auszug aus dem entsprechenden Wikipedia-Artikel:

Der Begriff Leak (engl., Leck, Loch, undichte Stelle) bezeichnet im Allgemeinen die inoffizielle Veröffentlichung von Informationen, die nicht zu diesem Zweck vorgesehen waren. Dies können interne Dokumente von Firmen, geheime Verträge, vertrauliche Verhandlungspapiere oder ähnliches sein.

Natürlich kommt es vor, dass Leaks in der Tat unabsichtlich und vom Hersteller nicht gewollt sind. Doch wenn man sich bewusst macht, was eine kleine Information oder Ankündigung auszulösen im Stande ist, muss man kein Hellseher sein, um zu vermuten, dass viele Konzerne ganz bewusst Informationen durchsickern lassen. Im Grunde sind alle großen Firmen auch Apple zu weiten Teil abhängig von ihren Anlegern und der Börse. Wir wollen an dieser Stelle gar nicht genauer auf dieses Thema eingehen, da es an Undurchsichtigkeit wohl kaum zu übertreffen ist. Trotzdem: Wenn es Informationen zu einem neuen Gerät von Apple gibt, das dem Konzern mal wieder zu Millionengewinnen verhelfen könnte, steigt die Aktie und der Konzern gewinnt an Wert. Im Moment lässt sich das besonders gut beobachten, denn neben dem iPad Mini sollen mit ziemlicher Sicherheit im Herbst auch das iPhone 5 sowie ein neuer iPod touch auf den Markt kommen infolgedessen stieg die Apple Aktie in den letzten Tagen auf 648 US-Dollar und das Unternehmen konnte nun erstmals die magische Wertgrenze von 600 Milliarden Dollar knacken.

Doch das Ganze hat auch eine Kehrseite, wie wir schon letzte Woche im Blog zum Sonntag angesprochen hatten. So hat die Nichtankündigung des iTV auf der diesjährigen Entwicklermesse WWDC Apple ungefähr 16 Milliarden Dollar gekostet wären zuvor keine Gerüchte zum Fernseher von Apple im Umlauf gewesen, hätte das wohl auch niemanden gestört. Ist es also Zufall, dass nur wenige Tage nach der offiziellen Ankündigung von Googles Nexus 7, dem möglicherweise größten Konkurrenten des iPad Mini, auch Informationen zum Produkt von Apple durchsickerten? Die Branchenexperten vom Techportal Business Insider rund um den früheren Staranalysten Henry Blodget glauben nein: Apple hat die Informationen bewusst gestreut, um den Markt für kleinformatige Tablets einzufrieren.

Der ewige Konkurrenzkampf

Es geht also (zumindest zu Teilen) mal wieder nicht nur darum, ein tolles Produkt auf den Markt zu bringen. Es geht auch darum, die Konkurrenz auszuschalten. Womit wir wieder bei einem alten Thema wären: dem Krieg um die Vorherrschaft auf dem Markt. Bei Apple & Co. geht es um gigantische Summen. Und wenn dieser Krieg nicht nur auf dem offenen Markt, sondern inzwischen auch in Gerichtssälen ausgetragen wird wieso sollte man da nicht auch mal Informationen zu seinen eigenen Gunsten durchsickern lassen? Und trotzdem sind und bleiben alles nur Spekulationen. Und wir dürfen gespannt warten, was Apple tatsächlich für uns parat hält.

Quellen:

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